7 Gründe, warum es eine Next Generation Firewall braucht
Das Wichtigste im schnellen Überblick
Eine klassische Firewall kontrolliert den ein- und ausgehenden Netzwerkverkehr anhand festgelegter Regeln. Gegen moderne Cyberangriffe reicht dieser Schutz allein jedoch nicht mehr aus. Cloud-Dienste, verschlüsselte Verbindungen, komplexe Anwendungen und neue Angriffsmethoden stellen Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen. Eine Next Generation Firewall kombiniert deshalb die klassische Firewall-Funktion mit weiteren Sicherheitsmechanismen wie Intrusion Prevention, Application Control und moderner Threat Prevention. Dadurch können Bedrohungen früher erkannt und Angriffe gezielter abgewehrt werden.
Unternehmensnetzwerke haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Mitarbeitende greifen von unterschiedlichen Standorten auf Anwendungen zu, Daten liegen zunehmend in der Cloud und zahlreiche Dienste kommunizieren permanent über das Internet. Die klar abgegrenzte Netzwerkstruktur, auf die klassische Firewalls ursprünglich ausgelegt waren, existiert in vielen Unternehmen heute nur noch eingeschränkt.
Gleichzeitig haben Cyberkriminelle ihre Angriffsmethoden weiterentwickelt. Einfache Regeln für IP-Adressen, Ports und Protokolle reichen deshalb nicht aus, um moderne Bedrohungen zuverlässig zu erkennen. Unternehmen benötigen Sicherheitslösungen, die genauer verstehen, was innerhalb des Netzwerkverkehrs passiert. Genau hier setzt die Next Generation Firewall an.
1. Angriffe lassen sich nicht mehr allein anhand von Ports erkennen
Klassische Firewalls entscheiden hauptsächlich anhand technischer Merkmale, welcher Datenverkehr zugelassen oder blockiert wird. Dazu gehören beispielsweise IP-Adressen, Ports und Netzwerkprotokolle. Dieses Prinzip bildet weiterhin eine wichtige Grundlage der Netzwerksicherheit, bietet allein aber nur begrenzte Informationen über den tatsächlichen Inhalt einer Verbindung.
Moderne Anwendungen nutzen häufig dieselben Standardports. Über Port 443 kann beispielsweise vollkommen legitimer HTTPS-Datenverkehr laufen – gleichzeitig können Angreifer verschlüsselte Verbindungen nutzen, um schädliche Aktivitäten weniger sichtbar zu machen. Eine Next Generation Firewall analysiert deshalb nicht nur die Verbindung selbst, sondern berücksichtigt zusätzlich Anwendungen und weitere Kontextinformationen. Dadurch können Sicherheitsrichtlinien wesentlich genauer definiert werden.
2. Anwendungen müssen gezielt kontrolliert werden können
Cloud-Plattformen, Collaboration-Tools und webbasierte Anwendungen gehören inzwischen zum normalen Arbeitsalltag. Für IT-Abteilungen entsteht dadurch eine neue Herausforderung: Nicht jeder Dienst und nicht jede Funktion innerhalb einer Anwendung sollte automatisch uneingeschränkt genutzt werden können.
Application Control ermöglicht es, Anwendungen unabhängig vom verwendeten Port zu identifizieren und Sicherheitsregeln dafür festzulegen. Unternehmen können beispielsweise bestimmte Anwendungen zulassen, riskante Dienste einschränken oder unerwünschte Anwendungen vollständig blockieren. Dadurch lassen sich Sicherheitsrichtlinien deutlich differenzierter umsetzen als mit einer traditionellen Firewall. Gleichzeitig erhalten Administratoren mehr Transparenz darüber, welche Dienste innerhalb des Unternehmensnetzwerks tatsächlich verwendet werden.
3. Schwachstellen werden gezielt für Angriffe ausgenutzt
Nicht jeder Cyberangriff beginnt mit einer klassischen Schadsoftware. Angreifer suchen gezielt nach Schwachstellen in Betriebssystemen, Serverdiensten oder Anwendungen und versuchen, diese für den Zugriff auf Unternehmenssysteme auszunutzen. Ein Intrusion Prevention System, kurz IPS, erweitert die Firewall deshalb um einen wichtigen zusätzlichen Schutzmechanismus. Der Netzwerkverkehr wird auf bekannte Angriffsmuster und verdächtige Aktivitäten untersucht. Wird ein entsprechender Versuch erkannt, kann die Verbindung blockiert werden, bevor der Angriff sein Ziel erreicht. Besonders wichtig ist dieser Schutz, wenn eine bekannte Sicherheitslücke noch nicht auf allen betroffenen Systemen geschlossen werden konnte. Ein IPS ersetzt zwar keine zeitnahen Sicherheitsupdates, kann aber eine zusätzliche Verteidigungsebene schaffen.
4. Schadsoftware sollte möglichst vor dem Endgerät gestoppt werden
Endpoint Security bildet einen wichtigen Bestandteil einer modernen Sicherheitsstrategie. Trotzdem ist es sinnvoll, Schadsoftware möglichst frühzeitig abzufangen – idealerweise bevor sie überhaupt ein Endgerät erreicht. Moderne Security Gateways untersuchen deshalb Dateien und Datenströme bereits beim Eintritt in das Unternehmensnetzwerk. Bekannte Malware kann auf diese Weise erkannt und blockiert werden, bevor sie ausgeführt wird.
Damit entsteht ein mehrstufiger Schutz. Sollte eine Sicherheitsmassnahme eine Bedrohung nicht erkennen, steht eine weitere Verteidigungsebene bereit. Dieses Prinzip erschwert es Angreifern erheblich, von einer einzelnen Schwachstelle oder Fehlentscheidung eines Mitarbeitenden zu profitieren.
5. Auch unbekannte Bedrohungen müssen erkannt werden
Eine besondere Herausforderung stellen neue oder gezielt entwickelte Schadprogramme dar. Ist eine Malware-Variante bislang unbekannt, existiert möglicherweise noch keine klassische Signatur, anhand derer sie zuverlässig identifiziert werden kann. Moderne Threat-Prevention-Technologien verfolgen deshalb zusätzliche Ansätze. Verdächtige Dateien können beispielsweise in einer isolierten Umgebung analysiert werden, bevor sie das Unternehmensnetzwerk erreichen. Dort lässt sich beobachten, ob eine Datei auffälliges oder schädliches Verhalten zeigt.
Auch die Analyse von Verhaltensmustern und weitere moderne Erkennungsmethoden helfen dabei, bislang unbekannte Bedrohungen frühzeitig zu identifizieren. Gerade bei Zero-Day-Angriffen ist dieser präventive Ansatz von Bedeutung. Statt ausschliesslich auf bereits bekannte Angriffsmuster zu reagieren, soll eine potenzielle Bedrohung erkannt werden, bevor sie Schaden verursachen kann.
6. Verschlüsselter Datenverkehr schafft neue Herausforderungen
Verschlüsselung ist für die Sicherheit und Vertraulichkeit der digitalen Kommunikation unverzichtbar. Gleichzeitig kann sie jedoch auch von Cyberkriminellen genutzt werden, um schädliche Aktivitäten innerhalb regulär wirkender Verbindungen zu verbergen. Da ein grosser Teil des heutigen Internetverkehrs verschlüsselt übertragen wird, müssen moderne Sicherheitslösungen auch mit diesem Datenverkehr umgehen können. Andernfalls entsteht ein Bereich, den die Firewall nur eingeschränkt überprüfen kann.
Next Generation Firewalls können abhängig von der jeweiligen Konfiguration und den geltenden Datenschutzanforderungen verschlüsselte Verbindungen kontrollieren. Unternehmen müssen dabei sorgfältig festlegen, welche Verbindungen analysiert werden dürfen und welche aus Datenschutz- oder Compliance-Gründen ausgenommen werden sollten.
Damit wird deutlich: Moderne Netzwerksicherheit ist nicht nur eine technische Aufgabe. Sicherheitsanforderungen, Datenschutz und betriebliche Prozesse müssen gemeinsam berücksichtigt werden.
7. Zentrale Verwaltung reduziert Komplexität
Mit zunehmender IT-Infrastruktur steigt auch die Anzahl der Sicherheitsregeln. Unterschiedliche Standorte, Netzwerkbereiche, Benutzergruppen und Anwendungen müssen berücksichtigt werden. Werden diese Komponenten unabhängig voneinander verwaltet, kann schnell eine schwer überschaubare Sicherheitsarchitektur entstehen. Eine zentrale Management-Plattform ermöglicht es, Richtlinien einheitlich zu definieren und Sicherheitsereignisse an einer Stelle auszuwerten. Administratoren erhalten dadurch einen besseren Überblick über Netzwerkaktivitäten und mögliche Bedrohungen.
Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:
- zentrale Verwaltung von Sicherheitsrichtlinien,
- bessere Übersicht über Netzwerkaktivitäten,
- schnellere Erkennung auffälliger Ereignisse,
- einheitliche Regeln für unterschiedliche Standorte,
- einfachere Anpassung an Veränderungen der Infrastruktur.
Gerade bei wachsenden Unternehmensnetzwerken trägt eine zentrale Administration dazu bei, den Aufwand für die IT-Abteilung zu reduzieren und gleichzeitig ein konsistentes Sicherheitsniveau aufrechtzuerhalten.
Wie Check Point moderne Netzwerksicherheit umsetzt
Check Point verbindet klassische Firewall-Funktionen mit verschiedenen Technologien zur Prävention moderner Cyberbedrohungen. Die Security Gateways lassen sich je nach Unternehmensgrösse und Anforderungen unterschiedlich dimensionieren und zentral verwalten. Neben der Kontrolle des Netzwerkverkehrs können unter anderem Application Control, Intrusion Prevention sowie Schutzmechanismen gegen Malware und unbekannte Bedrohungen eingesetzt werden. Technologien zur Threat Prevention ergänzen dabei die grundlegende Firewall-Funktion.
Ein wichtiger Bestandteil ist zudem die zentrale Verwaltung. Sicherheitsrichtlinien und Ereignisse aus unterschiedlichen Bereichen lassen sich gemeinsam überwachen und analysieren. Das erleichtert insbesondere bei mehreren Standorten oder komplexeren Netzwerkstrukturen die Administration. Welche Funktionen tatsächlich benötigt werden, hängt jedoch von der jeweiligen Infrastruktur ab. Eine Next Generation Firewall sollte deshalb nicht isoliert betrachtet werden, sondern in eine umfassende Sicherheitsarchitektur eingebunden sein.
Eine Next Generation Firewall ist nur ein Teil der Sicherheitsstrategie
Auch die leistungsfähigste Firewall kann nicht jede Form eines Cyberangriffs verhindern. Phishing, kompromittierte Benutzerkonten, manipulierte Endgeräte oder falsch konfigurierte Cloud-Dienste erfordern zusätzliche Sicherheitsmassnahmen. Eine moderne Netzwerksicherheit entsteht deshalb aus dem Zusammenspiel verschiedener Schutzebenen. Endpoint Security schützt die Geräte der Mitarbeitenden, Mobile Security sichert Smartphones und Tablets und geeignete E-Mail-Sicherheitslösungen reduzieren Risiken durch Phishing oder schädliche Anhänge. Die Firewall bildet dabei eine wichtige Verteidigungslinie zwischen verschiedenen Netzwerkbereichen und dem Internet.
Für Unternehmen bedeutet das: Die Frage sollte heute nicht mehr lauten, ob eine Firewall benötigt wird. Vielmehr muss geklärt werden, welche Funktionen erforderlich sind und wie sich die Firewall sinnvoll in die gesamte IT-Sicherheitsstrategie integrieren lässt.
Unsere FAQs zur Next Generation Firewall
Noch Fragen? Wir haben die Antworten!
Was ist eine Next Generation Firewall?
Eine Next Generation Firewall, kurz NGFW, kombiniert die Funktionen einer klassischen Firewall mit zusätzlichen Sicherheitsmechanismen. Dazu können beispielsweise Application Control, Intrusion Prevention und verschiedene Technologien zur Erkennung und Abwehr von Cyberbedrohungen gehören.
Was ist der Unterschied zwischen einer klassischen Firewall und einer Next Generation Firewall?
Eine klassische Firewall kontrolliert Netzwerkverbindungen hauptsächlich anhand von IP-Adressen, Ports und Protokollen. Eine Next Generation Firewall kann zusätzlich Anwendungen erkennen, Netzwerkverkehr genauer analysieren und weitere Sicherheitsfunktionen integrieren.
Ersetzt eine Next Generation Firewall Endpoint Security?
Nein. Beide Lösungen schützen unterschiedliche Bereiche der IT-Infrastruktur und ergänzen sich. Eine Firewall kontrolliert vor allem Netzwerkverkehr, während Endpoint Security direkt auf den Endgeräten vor Bedrohungen schützt.
Was bedeutet Intrusion Prevention?
Intrusion Prevention bezeichnet die Erkennung und Blockierung verdächtiger oder bekannter Angriffsmuster innerhalb des Netzwerkverkehrs. Ein IPS kann dadurch Angriffsversuche stoppen, bevor sie ein Zielsystem erreichen.
Reicht eine Next Generation Firewall für die IT-Sicherheit eines Unternehmens aus?
Nein. Eine Next Generation Firewall ist ein wichtiger Bestandteil der Netzwerksicherheit, sollte jedoch mit weiteren Massnahmen wie Endpoint Security, E-Mail-Sicherheit, sicheren Zugriffsverfahren, regelmässigen Updates und der Sensibilisierung von Mitarbeitenden kombiniert werden.